Therapien

Neben den methoden der schulmedizin, arbeiten wir mit Alternativ-Therapien: Ganzheitlich, individuell kombiniert ...

Reiz-Therapien

Bestimmte Reize regen die körpereigenen Heilkräfte an oder dämpfen die Schmerzleitung. Die unspezifischen Reiztherapien, wie Wärme und Kälte, Magnetfeld- oder Elektrotherapie, Stroßwellen oder Schröpfen lindern Schmerzen ohne die Ursache zu beseitigen. Spezifische Reiztherapien wie Akupunktur, Osteopathie, Chirotherapie setzen hingegen hohes fachliches Können voraus und stimulieren gezielt körpereigene Reflexe, wecken den Inneren Doktor.

Akupunktur

Krankenkassen-Studien zeigten, dass Akupunktur bei Rückenschmerzen fast doppelt so wirksam ist, wie eine westliche Standardtherapie mit Antiphlogistika (Entzündung und Schmerz hemmende Mittel), Opiaten, Krankengymnastik und Massage. Und die Schmerzfreiheit hält auch noch nach sechs Monaten an. Sehr erfolgreich ist die Akupunktur bei Hexenschuss, Ischiasproblemen und Phantomschmerzen - über ihren heilenden Einfluss auf das Nervensystem. Bei akuten Formen wie Hexenschuss, zeigt sich die Wirkung meist schon nach ein bis zwei Sitzungen. Chronische Rückenschmerzen erfordern oft 10 bis 20  Sitzungen.

Besonderheit: Wir arbeiten hier auch mit der Schädelakupuntur nach Yamamoto (YNSA – Yamamoto New Scalp Acupuncture), der sehr wirksamen Akutschmerztherapie. Die Erfahrungen mit der Schädelakupunktur zeigen, dass der Körper seine Eigenregulation schnell in Gang setzen kann, wenn durch wenige Akupunkturnadeln an den entsprechenden Kopfpunkten der energetische Durchfluss zu den Gehirnzentren wieder gewährleistet ist.

Einsetzbar ist die YNSA:

  • bei fast allen neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, Multiple Sklerose
  • Geburtsschädigungen
  • Schlaganfall (Lähmungen) auch ältere Lähmungen
  • Erkrankungen am Organsystem
  • Tinnitus
  • Erkrankungen am Bewegungsapparat
  • Schmerzlinderung bei Tumorerkrankungen

Chirotherapie

Chirotherapie (griech. = Handtherapie) umfasst heute weit mehr als nur das Einrenken von Knochen. Auch als Manualtherapie oder als Manuelle Medizin bezeichnet, lockert sie mit verschiedenen auf Handgrifftechniken beruhenden Heilmethoden Muskelverspannungen, Wirbel- und Gelenkblockaden nicht nur im Rückenbereich. Sie umfasst das Strecken und Dehnen verspannter Muskeln ebenso wie das „Einrenken” verschobener und verkanteter Wirbelgelenke.

Dieses Heilprinzip hat eine lange Tradition: Schon im 4. Jh. v. Chr. vermutete Hippokrates, dass zahlreiche Krankheiten mit der Wirbelsäule zusammen hingen – und riet zum „Einrichten verschobener Wirbel”. Bei einigen Indianerstämmen sowie den Urvölkern des Ägäischen Meeres, Ungarns und Polens war es Brauch, dass Kinder barfuss über die Wirbelsäule ihrer Eltern liefen, wenn diese nach schwerer Feldarbeit an Rückenschmerzen litten. 1895 begründete der amerikanische Gemischtwarenhändler und Magnetopath Daniel David Palmer die moderne Form der Chirotherapie, die heute auch von der modernen Schulmedizin anerkannt wird.

Wie funktioniert es? Der Chirotherapeut spürt nach einem Vorgespräch und einer körperlichen Untersuchung, nach dem Prüfen von Röntgenbildern, versteckte Blockaden von Wirbelgelenken auf – und bringt die Gelenke durch gezielte Handgriffe mit einem Ruck wieder in ihre korrekte Stellung (= „Manipulationsbehandlung”). Eine weitere Methode ist die „weiche Technik”, bei der verspannte Muskeln  und Bindegewebe gedrückt und gedehnt werden („Mobilisationstechnik”). Nicht geeignet ist eine chiropraktische Behandlung für Menschen mit akutem Bandscheibenvorfall, Osteoporose, Arthritis, Morbus Bechterew, Morbus Scheuermann, frischen Wirbelverletzungen sowie für Patienten mit Tumoren oder Metastasen.

Wichtig: Insbesondere die Behandlung der Halswirbelsäule ist nicht risikofrei, da hier lebenswichtige Arterien verlaufen. Werden diese eingeengt, können u. a. Lähmungen, Sehstörungen oder Schlaganfälle auftreten. Umso wichtiger ist es, einen qualifizierten Therapeuten zu finden.

 

Osteopathie

Der Osteopath arbeitet vor allem mit seinen Händen. Spürt Blockaden in Gelenken, Muskeln, Organen – und vor allem im das den ganzen Körper durchziehende Bindegwebe auf. Die Osteopathie geht davon aus, dass der gesunde Körper ständig in Bewegung ist. Nicht nur Muskeln und Gelenke bewegen sich, auch das Blut, die Lymphe, das Rückenmark, das Herz, Lunge, Darm, und das Bindegewebe. Krankheit entsteht, wenn eine dieser Bewegungen im Körper an einer Stelle blockiert ist. Findet der Osteopath den Körper abtastend eine Blockade, versucht er sie mit gezieltem Drücken, Ziehen und Schieben aufzulösen und die Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Für manche Beschwerden reichen ein bis zwei Sitzungen, für chronische Leiden braucht er sechs und mehr.

Neuraltherapie

Das Prinzip der Neuraltherapie (= Nervenbehandlung) ist simpel: Injektionen mit dem Lokalanästhetikum Procain ins Gewebe wirken über das Nervensystem weit über die lokale Einstichstelle hinaus, wirken auch an ganz anderen Stellen des Körpers – und lindern so auch chronische Schmerzen.

Geburtsstunde der Neuraltherapie war 1928, als der Düsseldorfer Arzt Ferdinand Huneke seiner Schwester, die an Migräne litt, ein örtliches Betäubungsmittel versehentlich in die Vene statt in die Muskulatur injizierte. Ihre Migräne verschwand. Daraus schloss der Arzt, dass die inneren Organe über Nervenstränge mit bestimmten Hautzonen verbunden sind. Seine These:  Wird dort ein lokales Betäubungsmittel injiziert, lassen sich auch Beschwerden in den Organen lindern. Berühmt ist das sogenannte Sekundenphänomen: Durch die Injektion eines Betäubungsmittels in den Bereich einer Oberschenkel-Knochenhautentzündung heilte Ferdinand Huneke innerhalb von Sekunden eine schmerzhafte Schultererkrankung. So entstand die Huneke-Theorie von Störfeldern im Körper mit Fernwirkungen. Studien und Anwendungsbeobachtungen zeigten bis heute, dass die Neuraltherapie bei vielen Schmerzzuständen wirksam ist.


Wie funktioniert es: Durch Vorgespräch und Untersuchung spürt der Therapeut Narben früherer Verletzungen, Unfälle, Operationen oder krankmachender Zahnherde auf. Er injiziert Procain oder Lidocain in die Störfelder. Meist reicht eine Behandlung pro Woche. Meist sind mehrere Injektionen notwendig.

Drei unterschiedliche Vorgehensweisen werden unterschieden:

  • Lokal-Therapie: Man injiziert das Betäubungsmittel dort, wo es weh tut. Zum Beispiel an Gelenkkapseln, Bändern oder Muskeln, Nerven.
  • Segment-Therapie: Reicht die Lokaltherapie nicht aus, muss weiter untersucht werden. Viele Organe haben eine Reflexzone im Rücken. Die Nerven aus dem entsprechenden Organ münden zusammen mit den Nerven des Haut- und Unterhautgewebes vom Rücken an einem bestimmten Wirbel in den Wirbelsäulenkanal. So mündet der Dickdarm in L2 bis L4. Deswegen kann es neben diesen Wirbeln in dem Hautareal zu Schmerzen kommen. Und dort behandelt der Neuraltherapeut den Darm. Manchmal muss er mit ganz langen Spritzen in der tiefe sitzenden Nervenganglien (Nervenbahnhöfe) stechen.
  • Störfeld-Therapie: Jede Stelle des Körpers, die krankhaft verändert ist oder einen Fremdkörper darstellt, kann zum Störfeld werden. Ein Herd oder Störfeld kann die Funktion des ganzen Körpers stören und Schmerzen verursachen. Schmerzort und Schmerzverursacher liegen unter Umständen weit auseinander. Eine Narbe am Sprunggelenk kann zum Beispiel der Grund von Lendenwirbelsäulenbeschwerden sein, eine unbemerkte Zahnentzündung kann Schulter-Nackenbeschwerden auslösen. Mögliche Störfelder sind: Zahnentzündungen, abgestorbene Zähne, chronische Mandelentzündungen, chronische Mittelohr- oder Kieferhöhlenentzündungen, Narben (außen am Körper oder innen an Organen), Reizzustände der Prostata oder des gynäkologischen Raumes. Ungefähr 70 Prozent aller Störfelder lassen sich übrigens im Kopf-Hals-Bereich finden. Störfelder werden ebenfalls mit einem lokalen Betäubungsmittel unterspitzt

Atlastherapie nach Arlen

Der Atlas ist der oberste Wirbel der drei Kopfgelenke, die den Kopf auf dem Körper ausbalancieren. All unsere Sinne sorgen dafür, dass wir den Kopf am liebsten gerade halten, damit wir die Orientierung im Raum nicht verlieren. Es gibt vier kleine Muskeln zwischen Schädel und Atlas, diese registrieren jede kleinste Stellungsänderung des Kopfes. Über einen wohldosierten Finger-Impuls auf den Atlas-Querfortsatz kann der speziell ausgebildete Arzt Einfluss auf den Spannungszustand der Muskulatur im Rumpfbereich bis in die Beine nehmen – Verspannungen lösen.
Dies hilft nicht nur Erwachsenen, sondern wirkt besonders bei Kindern. Diese Art der Therapie darf nur von einem sehr gut ausgebildeten Therapeuten ausgeführt werden.

Triggerpunkt-Therapie

Triggerpunkte sind schmerzende Verhärtungen in einem Muskel, die ausstrahlen. Der Triggerpunkt wird immer begleitet von einem Ungleichgewicht der Muskulatur. Der Muskel, in dem der Triggerpunkt sitzt, schwächt sich ab, ein anderer Muskel in der Muskelkette kann sich übermäßig anspannen. Eine spezielle physiotherapeutischen Behandlung mit Dehn- und Kräftigungsübungen stellt das Zusammenspiel der Muskeln in dieser Kette wieder her. Reicht das nicht aus, geht man durch unterschiedliche Techniken den Triggerpunkt direkt an. Der Therapeut übt einen starken Druck über die Hand oder einen Stab aus, oder zerstört den Triggerpunkt direkt über eine Akupunkturnadel, eine Spritze oder auch niedrig dosierte Stoßwellentherapie.
Das Triggern integrieren Ortophäden, Osteopathen, Chirotherapeuten und gut ausgebildete Physiotherapeuten in ihre Behandlung.

Gut zu wissen: Triggerpunkte heilen selten von selbst, sie müssen behandelt werden. Diagnostik und Therapie der Triggerpunkte verlangen viel Erfahrung, da man die Muskelketten kennen muss.

Kinesiologie

Das Wort Kinesiologie kommt aus dem Griechischen und heißt übersetzt „Lehre von der Bewegung“. In der alternativen Therapiemethode vereinte Dr. George Goodheart Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin mit Elementen aus der Ernährungswissenschaft, der Chiropraktik, der Psychologie, der Pädagogik, der Schulmedizin und den Naturheilverfahren. Die ganzheitliche Herangehensweise der Kinesiologie berücksichtigt nicht nur körperliche Symptome, sondern auch emotionale, mentale und umweltbedingte Faktoren, die den Menschen krank machen können. Voraussetzung für einen gesunden Körper ist, dass die Lebensenergie ungehindert in den Körper-Meridianen fließen kann. Die Kinesiologie arbeitet mit Muskeltests, um energetische Ungleichgewichte und Blockaden ausfindig zu machen. Mit Hilfe der Tests erfährt der Therapeut, ob Bewegungsapparat, Stoffwechsel und Psyche im Gleichgewicht stehen.

Magnete

Schon in der Antike wusste man die heilende Wirkung von Magneten, die besonders in Japan in den 60er Jahren wiederentdeckt wurden. Die Anwendung von Magneten wird von der Weltgesundheitsbehörde für unbedenklich erachtet, die Ärzte Zeitung berichtet: „Magnettherapie - da scheint tatsächlich was dran zu sein“. Beweisende Studien für die Wirkung beim Rückenschmerz stehen zwar noch aus, bei anderen Schmerzzuständen, wie Gelenkschmerzen, hat man aber schon die Schmerzlinderung durch Magnete, vorausgesetzt sie werden 24 Stunden getragen, nachweisen können. In der Apotheke oder im Versandhandel gibt es kleine auf die Haut zu klebende Magnete oder Magnetfolien und Sohlen, die man in die Schuhe legt.

Angewandt bei

  • Chronischen Rückenschmerzen
  • Hexenschuss
  • Bandscheibenschäden
  • Verspannungen
  • Rheumatischen Beschwerden
  • Arthrose

Danksagung

unser rueckenbuch marion grillparzer und medizinischer-quartettDie Texte dieser Rubrik stammen mit freundlicher Genehmigung aus "Unser Rückenbuch" von Marion Grillparzer, GU-Verlag.