Der kluge Arzt

Jeder Arzt hat eine Lösung für seine Patienten. Ein guter Arzt hat mehrere Lösungen. Ein erfahrener Arzt wählt eine überraschende Vorgehensweise. Ein Genie kann alles kombinieren. Der kluge Arzt sollte den Weg des Krankwerdens erkennen und diesen mindestens verlangsamen. Im glücklichsten Fall sollte er ihn ganz verhindern.

Der wichtige Glaube

Sowohl der Patient als auch der Arzt müssen an die Behandlung glauben. Ohne zu Glauben oder zumindest zu hoffen, sollte keiner eine Behandlung beginnen.

Der kluge Patient...

... hört zu. Wie kann einer sofort verstehen, wozu andere mehrere Jahre benötigt haben. Wenn jemand sofort verstehen könnte, was ein Forscher nach Jahren erst anfängt zu begreifen und zu formulieren, dann wären alle Forscher Idioten.

Auf höchster Wissensebene entscheiden feinste Nuancen – und die unterscheiden auch in der Medizin die mittelmäßige Lösung von einer hochinteressanten.

Das Honorar

Es gab eine Zeit, als wir begannen Medizin zu dokumentieren, da wurden der Medizinmann oder die Medizinfrau geehrt und honoriert, solange er den Patienten gesund hielt. Wurde der Patient krank, wurde er umsonst behandelt. Noch heute gibt es Naturvölker, die ihre Medizinmänner sogar töten, wenn der Stamm erkrankt oder nicht geheilt wird.

Die Feuerwehr

Der Mediziner ist ein Feuerwehrmann. Er kann das Feuer nur dann gut löschen, wenn er weiß, wie das Haus gebaut wurde. Wie sah es vor dem Feuer aus? Wo sind die entzündlichsten Stellen? Wie komme ich dort ran? Muss ich wirklich löschen, oder reicht es, wenn ich die Sauerstoffzufuhr drossle.

Der kluge Arzt (2)

Ein Arzt darf sich nicht allein verlassen auf die Anamnese, auf das, was der Patient erzählt. Ein Arzt muss den Hintergrund  herausfinden.

Patienten sind für verschiedene Ärzte wie Noten für Musiker, auch wenn sie dieselbe Partitur  vor sich haben, interpretieren sie diese unterschiedlich.

Der kluge Arzt (3)...

... fragt den Patienten:

     ... was wissen sie davon/ darüber, was sie haben könnten?

     ... was wollen sie erreichen und wie?

     ... was erwarten sie, wie könnte der Arzt Ihnen dabei helfen?

 

Danach muss ein kluger Arzt dem Patienten sagen können:

   ... was er selber für ihn machen kann, (so viel kann ich für Sie tun)

   ... was der Patient für sich tun könnte, (so viel/ auf welche Weise )

Medizin ist nicht nur ...

„handeln“ und „behandelt werden“. Ein guter Arzt zeigt auch, wie man als Patient selbst seinen Teil dazu beiträgt, gesund zu werden und zu bleiben. Beide "handeln" gemeinsam.

Tabletten ...

helfen nicht allen gleichermaßen. Trotz des gleichen Wirkstoffes. Fünf Köche bereiten auch von der selben Sorte Fleisch nicht des selbe Gericht, erzeugen nicht den selben Geschmack. Den einen macht Acetylsalicylsäure ein Magengeschwür, den anderen bewahrt es vor Herzinfarkt.

Was wäre wenn...?

So lautet meine Lieblingsfrage. Wenn ich Sie nicht heilen wollte, sondern erst ihren Zustand klären, dann verbessern – und dann auf gutem Stand erhalten?

Was müssten wir tun?

Wäre es möglich?

Was, wäre, wenn... wir das Problem einmal angehen würden? Erst in einer Allianz, erst als Patient und Mediziner, später als zwei Menschen!

Mehrfacherkrankungen

Wird eine Krankheit im Körper erfolgreich behandelt, verbessert das auch die Behandlungsmöglichkeit weiterer Krankheiten. Lindern wir eine Depression tut der Rücken bald weniger weh – und umgekehrt. Wenn wir den eitrigen Zahn behandeln, tun wir auch etwas gegen das Herzinfarktrisiko.